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Lutzerath - eine wichtige Poststation

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war Lutzerath eine wichtige Poststation an der Straße von Koblenz nach Trier, die das Enderttal unterhalb Martental an der Napoleonbrücke quert. Sie führte bis zum Flugplatzbau über das Gelände desselben. An ihrem Kreuzungspunkt mit der Straße von Cochem nach Adenau, von der Mosel zum Nürburgring, der heutigen B 259, stand das Chausseehaus als Gasthaus. Der letzte Wirt war in der ganzen Umgegend als "der lange Hannes" bekannt. Einer der letzten Postillione auf dieser Strecke war der spätere Briefträger Valentin Schaaf aus Ulmen, er war im Besitze einer "Ehren-Peitsche" als besondere Auszeichnung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auf den Strecken Cochem-Ulmen-Adenau und Mayen-Kaisersesch-Lutzerath-Wittlich Postomnibusse eingesetzt für die Personen- und Postbeförderung.

Lutzerath war in der Postkutschenzeit eine wichtige Station, weil dort auch wichtige Personen auf ihrer Reise von Koblenz nach Trier Rast machten und oft sogar übernachteten. So können wir einem Aktenband des ehemaligen Amtes Lutzerath entnehmen, dass dort am 25.11.1821 Großfürst Nicolaus Pawlowitsch von Russland durchreiste. Am folgenden Tag waren sogar der preußische König und Prinz Wilhelm um 1 Uhr mittags bei Bürgermeister Theisen zu Gast. 1830 gab es Unruhen in Europa, besonders in Frankreich und wohl auch im heutigen Belgien, dessen nördlichster Teil sich von den Niederlanden lossagte. Der Herzog von Aremberg war auf der Flucht aus Brüssel und übernachtete in Lutzerath am 01.10.1830. Diese Adelsfamilie trägt ihren Namen nach dem kleinen Burgflecken Aremberg in der Ahreifel, sie stieg, durch den Bergbau reich geworden, innerhalb des 15./16. Jh. aus dem niederen Adel bis zum Hochadel auf. Die Familie gehört heute noch zum belgischen Hochadel und hat auch in Deutschland noch großen Besitz (u.a. Domäne Rommersdorf bei Neuwied), der von der Rheinischen Bau- und Bodenverwaltung in Düsseldorf verwaltet wird.

Am 06.10.1830 speiste der französische Gesandte aus Den Haag in Lutzerath zu Abend. Es ist davon auszugehen, dass Lutzerath natürlich auch eine renommierte Gastronomie besaß, in Lutzerath gibt es ja m.W. bis heute Hotels mit langer Tradition.

Am 31.05.1831 übernachtete der französische Gesandte in Wien in Lutzerath.

Am 02.06.1831 speiste Prinz Wilhelm, der Bruder des preußischen Königs mit Gefolge in Lutzerath und am 06.06.1831 übernachtete diese Gesellschaft, wohl auf der Rückreise.

Am 30.04.1832 übernachtete der Kölner Erzbischof Graf Spiegel in Lutzerath. Er ist bekannt geworden durch seine unbeugsame Haltung gegenüber Preußen im Mischehenstreit. Zu seiner Zeit wurde der Kölner Dom auf Veranlassung Preußens weitergebaut.

Am 06.05.1832 speisten zwei französische Königssöhne in Lutzerath zu Mittag. - Am 28.05.1839 befand sich der preußische Kronprinz auf der Durchreise, dem der Bürgermeister ein Gedicht widmete (s. 13 Rs). Am 16.08.1839 wurde die Durchreise von Prinz August von Preußen, dem Inspekteur und Chef der Artillerie, vermerkt.

Immer wieder ist auch der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr von Bodelschwingh, auf der Durchreise und macht in Lutzerath Quartier bzw. Mittagsrast.

Am 20.12.1840 machte der Prinz von Hessen-Philippstal, der Militärgouverneur der Festung Luxemburg ist, in Lutzerath Mittagsrast und reist mit einer Extrapost weiter nach Wittlich.

Die verschiedensten Angehörigen des preußischen Herrscherhauses zählen ebenfalls zu den Reisenden, die in Lutzerath durchreisen. Am 19.09.1842 vormittags um 11.00 Uhr ist es sogar der König mit Gefolge, der seine Reise für 1/4 Stunde unterbricht. Ihm werden die örtlichen Beamten vorgestellt, die Schuljugend sagt die üblichen Sprüche auf und den hohen Gästen werden Trauben und Wein verehrt.

Am 15.10.1854 befindet sich der König der Niederlande auf der Durchreise nach Luxemburg, beide Länder sind damals in Personalunion verbunden.

Die Liste der bedeutenden Persönlichkeiten, die in Lutzerath durchreisten bzw. Rast machten, ließe sich für die folgenden Jahrzehnte bis zum Ende der Postkutschenzeit nach dem Ersten Weltkrieg sicher noch fortsetzen.
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